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Königsberg in Preußen

 

Die einstige Hauptstadt Ostpreußens liegt an der Mündung des Pregel in das Frische Haff. Bereits vor der Eroberung durch den Deutschen Orden befand sich hier eine Handelsniederlassung der baltischen Prußen, die intensive Kontakte in den gesamten Ostseeraum unterhielten.
 

Nachdem der Deutsche Orden mit Segen des römisch-deutschen Kaisers und des Heiligen Stuhls nach 1226 das baltische Preußen in Besitz genommen hatte, schuf er binnen weniger Jahre ein dynamisches Staatswesen.

1255 entstand auf einer Erhebung oberhalb der Pregelmündung eine Ordensburg, die zu Ehren des Kreuzzugsführers König Ottokar II. vom Böhmen ‚Königsberg‘ genannt wurde. Um die Burg herum entstanden die selbständigen städtischen Siedlungen Altstadt (1286), Löbenicht (1300) und Kneiphof (1327), die erst 1724 durch eine königliche Entscheidung zur Königlich Preußische Haupt- und Residenzstadt Königsberg vereinigt wurden. Aus diesem Anlass stiftete König Friedrich Wilhelm I. das Stadtwappen, das die drei Wappen der ehemals eigenständigen Städte unter dem preußischen Aar einte.

Auf dem Kneiphof in der Stadt Königsberg entstand ab 1330 der Königsberger Dom, geistliches Zentrum und Wahrzeichen der ostpreußischen Metropole. Nachdem der Deutsche Orden im Dreizehnjährigen Krieg seinen Ordenssitz, die Marienburg, 1457 an Polen-Litauen verloren hatte, verlegten die Ordensritter ihre Zentrale nach Königsberg. Als der aus Franken stammende Hochmeister, Albrecht von Brandenburg, aus der jüngeren Linie Hohenzollern-Ansbach, 1511 zum Hochmeister gewählt wurde, stand der Deutsche Orden politisch bereits am Ende. Albrecht suchte nach neuen Wegen für seinen Staat, wobei er sich zunehmend für die Lehre der Reformation begeisterte. Martin Luther selbst riet ihm, 1525 den Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum zu transformieren. Albrecht leistete schließlich als erster erblicher Herzog in Preußen den Lehnseid auf die polnisch-litauische Krone, deren Oberhoheit er anerkannte.
 

Preußen war das erste protestantische Land der Welt. Von Königsberg aus schrieb man fortan Weltgeschichte. Herzog Albrecht gründete 1544 die lutherische Albertus-Universität, die nach Marburg die zweite Gründung eines evangelischen Landesherrn war. Ihr theologischer Einfluss reichte weit über die Landesgrenzen hinaus. Zugleich blieb Preußen  ein Zentrum der Toleranz. Im Geiste der Reformationen förderte Herzog Albrecht neben Deutsch auch die anderen Sprachen seines Herzogtums: Litauisch, Polnisch und Prußisch. In dieser Zeit erlangte die Stadt große Bedeutung für Wissenschaften und Literatur. Dem frühbarocken Königsberger Dichterkreis kam eine große Rolle für die deutsche Literatur zu und ein Mitglied, der Poetik-Professor Simon Dach, schuf mit Ännchen von Tharau eines der schönsten deutschen Liebeslieder.

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Blick auf Königsberg

Schließlich fiel das Herzogtum Preußen an die brandenburgische Linie der Hohenzollern, deren Kurfürst Friedrich III. sich 1701 in der Königsberger Schloßkirche selbst zum König in Preußen krönte. Königsberg stieg fortan zur preußischen Krönungsstadt auf und galt in seiner Bedeutung Berlin ebenbürtig. Aus diesem Kernpreußen – dem späteren Ostpreußen – ist der preußische Gesamtstaat hervorgegangen und hat ihm den Namen Preußen verliehen. 1724 erblickte Königsbergs berühmtester Sohn das Licht der Welt, der Philosoph Immanuel Kant. Er machte die Stadt zu einem Zentrum der europäischen Aufklärung. Das 18. Jahrhundert sah viele Berühmtheiten wie Johann Georg Hamann, Johann Gottfried Herder und E.T.A. Hoffmann. Um 1800 zählte Königsberg mit 60.000 Einwohnern zu den größten Städten im deutschsprachigen Raum. In den Napoleonischen Kriegen kam der ostpreußischen Hauptstadt eine große Rolle zu, als General Yorck von hier aus zum Befreiungskrieg aufrief.

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Kaiser-Wilhelm-Platz

Königsberg zählte 1864 mit 100.000 Einwohnern erstmals als Großstadt. Ab 1860 war die ostpreußische Hauptstadt über die Preußische Ostbahn mit Berlin verbunden. Die Industrialisierung beförderte eine massive Abwanderung in die westlichen Reichsgebiete, was auch zu einem Bedeutungsverlust Königsbergs führte. Als Ergebnis der Versailler Vertrages wurde Ostpreußen vom übrigen Deutschland durch den sogenannten „Korridor“ getrennt. Wirtschaftlich blieb Ostpreußen ein Krisengebiet, das sich aus seiner agrarischen Monostruktur kaum zu lösen vermochte. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs lebten 372.000 Einwohner in Königsberg. Bis 1945 war Königsberg die östlichste Großstadt Deutschlands.
 

Nach 1933 wurde der NS-Terror zur Staatsräson, die zum Ende jüdischen Lebens mit der Deportation der letzten jüdischen Bewohner im Juni 1942 führte. Im Sommer 1944 wurden große Teile der ostpreußischen Hauptstadt durch die Royal Air Force zerstört. 200.000 Königsberger wurden obdachlos und 5.000 Einwohner verloren ihr Leben. Nach der sowjetischen Offensive Mitte Januar 1945 erklärte Hitler Königsberg zur Festung. In einer verlustreichen monatelangen Schlacht kämpfte die Wehrmacht unter General Otto Lasch bis zur Kapitulation am 9. April 1945. Hunderttausende Königsberger gerieten in sowjetische Hände, viele starben durch Gewalt sowie an Krankheiten und Hunger. Die überlebenden deutschen Zivilisten mussten Zwangsarbeit leisten und wurden bis 1948 aus dem nördlichen Ostpreußen nach Deutschland ausgesiedelt.

 

Synagoge an der Lindenstrasse

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Schließlich wurde die Stadt, die seit dem 4. Juli 1946 offiziell den russischen Namen
Kaliningrad trug, gemeinsam mit dem nördlichen Teil Ostpreußens unter sowjetische
Verwaltung gestellt. Ihr Namenspate war der sowjetische Politiker Michael Iwanowitsch Kalinin.


Als Oblast Kaliningrad wurde die Region Teil der Russischen Sowjetrepublik und nach dem
Zerfall der Sowjetunion 1991 als Exklave der Russischen Föderation. 2010 zählte
Königsberg 431.000 Einwohner, das sich zu einer dynamischen Wirtschaftsmetropole
im östlichen Ostseeraum entwickelt.

Das einstige Wahrzeichen Königsbergs, sein markantes Schloß, versank in den Trümmern
des Zweiten Weltkriegs. Das gleiche Schicksal teilte der ehrwürdige Dom.
Dank einer deutsch-russischen Initiative konnte er jedoch wiederaufgebaut werden.
In seinem Schatten befindet sich das Grabmal Immanuel Kants.

Schließlich wurde Königsbergdurch zwei kulinarische Spezialitäten bekannt: Die berühmten Klopse wie auch das edle Marzipan künden bis heute von der einstigen ostpreußischen Metropole am Pregel.

Kant-Denkmal

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